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Was kommt nach Facebook?

Aus der Abteilung „Schöne Wörter“ möchte ich mich ganz kurz mit dem Wort „sozial“ beschäftigen und es dem englischen „social“ gegenüberstellen – so, wie ich es verstehe.

Warum? Das hat für mich sehr viel mit Doggen zu tun, mit der Welt der Foren und der Klatsch-und-Tratsch-Institutionen, die vor knapp 15 Jahren noch überall zu finden waren, sich inzwischen aber stark verändert haben.

Schönes Wort, oder sagt es Ihnen nichts? S O Z I A L?

Der Sozi ist nichts, was man sein will. Schon seltsam. Asozial will man auch nicht sein. Wobei: Sind das unsere Hunde nicht laufend?

Es ist ein schönes Wort! Wenn man im Duden nachliest, findet man gleich vier mögliche Bedeutungen. Und es wird darauf verwiesen, dass gesellige Tiere ebenfalls als sozial bezeichnet werden.

  • das (geregelte) Zusammenleben der Menschen in Staat und Gesellschaft betreffend; auf die menschliche Gemeinschaft bezogen, zu ihr gehörend
  • die Gesellschaft und besonders ihre ökonomische und politische Struktur betreffend
  • die Zugehörigkeit des Menschen zu einer der verschiedenen Gruppen innerhalb der Gesellschaft betreffend
  • dem Gemeinwohl, der Allgemeinheit dienend; die menschlichen Beziehungen in der Gemeinschaft regelnd und fördernd und die [wirtschaftlich] Schwächeren schützend

Und was da nicht steht: ein Sozialversicherungssystem, das kein anderes Land seit ca. 1870 in dieser Form hat.

Und wie ist das nun mit dem neuerdings fast gleichgesetzten Wörtchen „social“, also dem aus dem Englischen?

Ich würde behaupten: anders. Und leider nicht so praktisch. Nicht völlig anders, aber anders. Als Adjektiv kommt es selten allein vor, wird aber doch schon seit dem 14. Jahrhundert verwendet. Heutzutage ist es irgendwie wie eine Schuppenflechte an „media“ angeklebt worden, obwohl es damit reichlich wenig zu tun hat. So, als wäre Social Media alles, was sozial sein könnte. Als ob Social Media überhaupt sozial sein könnte!

Dennoch: Was kommt als Nächstes, wer traut sich, dazu etwas zu sagen? Erst hatten wir Ortsgruppen und Treffen und auch mal eine Ausstellung und eine Rallye. Und dann E-Mails. Und dann Webseiten. Und dann ein Doggenforum. Und dann hat man auf einmal weniger auf dem Platz als neben dem Platz gegeneinander hergezogen. Und dann kam Facebook. Jetzt konnte jeder sein Forum und seine Gruppe eröffnen, und niemand musste mehr Hansi, Peterchen oder Utalein und seine Launen ertragen, jeder konnte seine Admina oder Admin werden.

Und nun, wo sind wir? Foren als Informationsquelle für Anfängerinnen und Anfänger fehlen. Austausch muss nicht immer auf Hochleistung bezogen sein, nicht immer auf Zucht und Ausstellung. Im Alltag ist es nicht gerade einfach gute Spielfreunde für seine Dogge zu finden. Gleich große Hunde sind selten. Sozial coole Hunde, noch seltener. Was macht ihr so, wo findet ihr Spielfreunde für den Hund?