Schwellen werden immer seltener, beobachtet ihr das auch? Das Wort wird auch immer seltener. Daher, muss es in die Sammlung der wunderbaren Wörter.
Kulturgeschichtlich war die Türschwelle seit der Antike mehr als nur ein Bauteil: Sie markierte die Grenze zwischen dem geschützten, vertrauten Heim und der unberechenbaren Außenwelt. In vielen Volksbräuchen galt die Schwelle als magischer Ort, an dem Geister oder Dämonen lauerten – daher rührt etwa der Brauch, eine Braut über die Schwelle zu tragen, um sie vor Unheil zu schützen. Im 19. und frühen 20. Jahrhundert fand der Begriff Eingang in die Psychologie und Soziologie: Zunächst beschrieb man damit die Hemmung einfacher Leute, repräsentative Gebäude wie Theater, Universitäten oder Amtsstuben zu betreten („institutionelle Schwellenangst“). Bald weitete sich die Bedeutung auf jede innere Blockade vor einem neuen Lebensschritt aus.
Die Welt aus Hundeaugen, ist voller Schwellen. Hunde, stehen anders davor, vor Hinternissen, vor Schwellen, vor Stufen, vor Türen. Anders? Oder sehen wir sie anders?
Huldvoll, auch so ein bald vergessenes Wort… Welches nun, passt eher?
