Vorab: Ich weiß noch gar nicht, wie viele Themen diese Serie zu und über Zazzle einmal haben wird. Insofern kann es sogar sein, dass es einen Begriff mehrfach gibt, weil es notwendig sein könnte.
Warum mir Zazzle gefällt
Teil 2: Was Templates wirklich bedeuten
Der Begriff „Template” sorgt oft für Verwirrung, weil er in verschiedenen Welten unterschiedliche Bedeutungen hat. Deshalb lohnt es sich, ihn einmal sauber zu entwirren.
Template
Im Deutschen bedeutet Template schlicht Vorlage. Eine Struktur, die man wiederverwenden kann, um etwas schneller oder konsistenter zu erstellen.
Template – im Online‑Sprachgebrauch
Im Webdesign und in digitalen Tools meint Template meist:
- ein vorgefertigtes Layout
- eine Gestaltungsgrundlage
- ein Rahmen, den man mit eigenen Inhalten füllt
Template – im Zazzle‑Kontext (und warum es komplizierter ist)
Auf Zazzle gibt es nicht nur eine Art von Template, sondern mehrere Ebenen, die oft durcheinandergeraten. Genau hier liegt der Kern: Auf Zazzle muss man lernen zu unterscheiden. Es gibt drei (oder mehr) Arten von Templates – und ja, sie sind nicht immer das Gleiche.
Kunden, die nur etwas bedruckt haben wollen, haben damit weniger zu tun. Wer dort jedoch verkaufen will, muss diese Unterschiede verstehen – umso mehr.
1. Produkt‑Templates (Zazzle‑intern)
Das sind die Grundprodukte, die Zazzle bereitstellt: Karten, Taschen, Poster, Tassen usw. Man nennt sie auch Templates. Jedes Produkt hat mehrere Seiten und mehrere Vorgaben. Sie definieren:
- Größe
- Material
- Druckbereich
- technische Grenzen
Diese Templates gehören Zazzle. Jeder Designer arbeitet darauf.
Ich würde zu diesen Templates auch jene Elemente, Rahmen, Muster und Raster-Vorschläge zählen, die man bei Zazzle findet, wenn man mit Fotos und allgemein mehreren Bildern arbeiten möchte.
Beispiel: Ich kann ein Foto auf einer Karte drucken. Ja, ganz ausfüllend die Seite der Karte – oder doch kleiner, mit einem Rand, mit etwas darum? Und wenn ich dann doch fünf super schöne Fotos habe, die ich am liebsten alle gleich groß auf der Karte sehen will, weil sie zusammen etwas aussagen? Klar, geht alles. Entweder eine Karte mit „Fünf-Foto-Karte” suchen oder selbst gestalten. Und damit es gleichmäßig bleibt, nimmt man so einen Template-Vorschlag und hat den Rahmen, in dem die Abstände stimmen. Dann lädt man Bild für Bild nacheinander hoch, genau dorthin, wo es hingehört. Es gibt da auch Templates für solche Aufgaben. Aber wir Designer haben das noch weiter gedacht, und jeder für sich hat seine eigenen Vorlagen gestaltet.
2. Designer‑Templates (allgemein Vorlagen)
Das sind die Templates, die wir erstellen, wenn wir auf Zazzle etwas anlegen – wir Designerinnen und Kunden:
- wir legen Platzhalter an
- definieren editierbare Felder
- bestimmen Schriftarten
- sperren vielleicht Elemente
- geben anderen, z. B. Kunden, die Möglichkeit, Text oder Bilder einzufügen
Diese Templates sind meine Arbeit, meinen Ideen entsprungen und spiegeln das wider, was ich mir dabei gedacht habe. Heißt anders herum: Das richtig Spannende beginnt, wenn man am großen Display eines Laptops oder Computers einmal auf die Seite schaut. Alles kann man weiter verändern.
Wer bei Zazzle einkauft, legt sich ein Kundenkonto an. Damit ist die Speicherung der eigenen Produkte – auch und mit einem Shop – nur noch einen Klick entfernt.
3. Die neuen Vorlagen
Diese neuen Vorlagen sind eher Vorschläge, wie das gleiche Produkt andere Menschen angelegt haben und wie es aussieht. Man sieht dabei zuerst die meistverkauften, gefragten Produkte dieser gleichen Art, die von uns allen angeboten werden.
Ein Klick darauf wirft einen aber raus aus dem alten Produkt, an dem man gerade noch gearbeitet hat – und auch aus dem Shop, in dem man eben noch war. Insofern wirft Zazzle uns mit diesen Templates noch einmal an den Anfang zurück. Aus der Angst heraus, Kunden könnten gehen, bevor sie etwas kaufen.
Ich weiß nicht, wie soll ich sagen – es wirkt gerade nicht so gut, wie es wohl gedacht ist. Es mag seine Berechtigung haben, ist aber noch nicht so klar und deutlich und noch weniger gut erklärt.
Es geht eher nicht um die Personen, die hier etwas hinterlegen, das andere kaufen sollen. Hier dreht sich alles aus Endkundensicht: Wer eine Karte sucht, kann entweder lange genug auf der Seite schauen, eine finden und so nehmen – oder wenig Text anfügen. Oder aber gleich mit dieser Frage beginnen und sich überlegen: „Was würde ich gerne darauf sagen?” Und wenn man nicht weiterkommt, doch wieder auf so eine Vorlage von einem „Profi” zurückgreifen und neu beginnen.

Fazit: Warum diese Unterscheidung wichtig ist
Wer auf Zazzle nur als Kunde unterwegs ist und ein einzelnes Produkt bedrucken lassen möchte, kommt oft schon mit dem Grundverständnis von „Template = Vorlage” zurecht. Doch wer auf Zazzle verkaufen will, muss tiefer einsteigen.
Die verschiedenen Template-Ebenen zu verstehen, ist entscheidend für:
• Effizientes Arbeiten: Man weiß, welches Template wofür gedacht ist
• Bessere Produkte: Man nutzt die technischen Möglichkeiten optimal aus
• Weniger Frustration: Man versteht, warum manche Dinge funktionieren und andere nicht
• Professioneller Auftritt: Man erstellt konsistente, durchdachte Designs
Kurz gesagt: Templates sind auf Zazzle nicht einfach nur Vorlagen. Sie sind Werkzeuge, Strukturen und Möglichkeiten. Je nachdem, auf welcher Ebene man sie betrachtet. Und genau diese Unterscheidung zu lernen, macht den Unterschied zwischen einem Gelegenheits-Nutzer und den erfolgreichen Designern aus.
