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14. Februar

Valentinstag – ein leiser Blick hinter das Datum 💌

Für manche fühlt sich dieser Tag ein wenig … falsch an.
Ist es ein Feiertag? Oder doch nur ein Datum im Kalender? Muss man ihn begehen?

Nein, natürlich nicht. Und doch trägt der Valentinstag – anders, als viele vermuten – eine romantische und durchaus schöne Geschichte in sich. Eine Geschichte, die weniger von Pflicht erzählt als von der menschlichen Fähigkeit, Grenzen mit Liebe zu überwinden. Etwas davon schwingt bis heute mit, auch wenn es auf den ersten Blick nicht immer sichtbar ist.

Die Ursprünge des Valentinstags reichen weit zurück bis in die Antike. Sie verbinden Liebe und Märtyrertum mit frühen christlichen Traditionen. Der Feiertag entwickelte sich aus mehreren kulturellen Strömungen heraus – ohne je als rein kommerzielles Ereignis gedacht zu sein.

Rom

Im alten Rom feierten die Priester des Gottes Lupercus am 15. Februar die sogenannten Lupercalia, ein Fruchtbarkeitsfest. Junge Männer zogen nackt durch die Straßen und berührten mit Lederriemen Frauen, die sich freiwillig zeigten – ein Ritual, das Fruchtbarkeit und Erneuerung symbolisieren sollte.

Erst viele Jahrhunderte später erhielt dieses Datum eine neue, poetische Deutung: Der englische Dichter Geoffrey Chaucer verknüpfte im 14. Jahrhundert den 14. Februar mit dem Glauben, dass Vögel an diesem Tag ihre Partner wählten. So entstand allmählich die Vorstellung eines Tages der Liebenden.

Christliche Einflüsse

Im Jahr 496 legte Papst Gelasius I. den 14. Februar als Gedenktag für den Märtyrer Valentin fest. Valentin von Terni gilt als historische Gestalt des 3. Jahrhunderts, um die sich zahlreiche Legenden ranken. Einer Überlieferung zufolge traute er Liebespaare trotz eines kaiserlichen Verbots nach christlichem Ritus und schenkte ihnen Blumen aus seinem Garten – verbunden mit einem besonderen Segen für ihre Ehe.

Wie viel davon historisch belegt ist, bleibt offen. Forschende gehen heute davon aus, dass sich die Geschichten mehrerer Valentin-Gestalten – eines römischen Priesters und eines Bischofs von Terni – im Laufe der Zeit miteinander vermischt haben.

Von Blättern, Herzen und Beständigkeit

Eine kleine Randbemerkung – oder vielleicht eher eine leise Beobachtung:
Wann hast du zuletzt Efeu bewusst angesehen? Diese immergrüne, leider giftige Kletterpflanze, die fast überall wächst und doch kaum Beachtung findet. Betrachtet man ihre Blätter genauer, entdeckt man etwas Vertrautes: Viele von ihnen wirken herzförmig.
Ironisch eigentlich, dass wir diese Form „Herz“ nennen, obwohl kein menschliches – und kein tierisches – Herz tatsächlich so aussieht.

Spannend wird es, wenn man weiß, dass immergrüne Pflanzen seit der Antike als Symbol für Beständigkeit und ewige Liebe galten. In der griechischen und römischen Kunst wurden Efeublätter tatsächlich als Zeichen der Treue verwendet. Da sie sich gut trocknen und konservieren lassen, liegt die Vermutung nahe, dass ihre Form zur Entstehung unseres heutigen Herzsymbols beigetragen hat – neben anderen Vorbildern wie etwa dem Feigenblatt.

Und heute?

Vielleicht kann es also nicht schaden, ein wenig mehr Liebe in die Welt zu tragen. Lassen wir die lauten Debatten über die Kommerzialisierung dieses Tages einen Moment beiseite und erinnern uns an die leise, ursprüngliche Idee dahinter.

Schreib doch mal wieder eine echte Karte. Verschicke einen sinnlosen Liebesgruß. Am besten an genau die Menschen, denen du viel zu lange nicht gesagt hast, was sie dir bedeuten.

Das muss nicht am 14. Februar sein. Wäre es nicht sogar noch schöner, völlig unvermittelt eine Karte zu bekommen?

Am Ende liegt es bei dir, was du aus diesem Tag machst. Mein Tipp: Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es auch heraus – etwas, das wir uns ruhig öfter in Erinnerung rufen dürfen 💖